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EGKS (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, Montanunion)

Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl war die erste supranationale Organisation in der Geschichte des europäischen Integrationsprozesses. Im Mai 1950 unterbreitete der französische Außenminister Robert Schuman einen Vorschlag für eine institutionalisierte Zusammenarbeit europäischer Staaten in dem Kohle- und Stahlsektor.
Der als „Schuman-Plan“ in die Geschichte eingegangene Vorschlag strebte an, über die Integration der kriegswichtigen Schwerindustrien einen weiteren Krieg zu verhindern. Darüber hinaus sollte auf diesem Wege eine Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich und eine fortschreitende europäische Integration in Richtung einer europäischen Föderation bewirkt werden.
Der „Schuman-Plan“ erfuhr eine rasche Umsetzung. Bereits am 18. April 1951 gründeten die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Luxemburg und die Niederlande die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Am 23. Juli 1952 trat der auf 50 Jahre befristete Montanunion-Vertrag in Kraft. Es entstand eine gemeinsame Wirtschaftsordnung für die Kohle- und Stahlindustrie der Mitgliedsländer, die der mit supranationalen Befugnissen ausgestatteten Hohen Behörde unterstellt wurde.
In ihrer neuartigen institutionellen Form lieferte die Montanunion das Muster für die folgende europäische Integration. Der EGKS-Vertrag wurde nicht verlängert und ist am 23. Juli 2002 ausgelaufen. Die noch bestehenden spezifischen Befugnisse sind auf die EG übergegangen.

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